Bundespräsident Steinmeier in Stralsund


Wenn sich das deutsche Staatsoberhaupt in die „schönste Hansestadt“ der Welt begibt, ist einiges los. Für drei Tage im April hatte Frank-Walter Steinmeier seinen Amtssitz aus Schloss Bellevue in die Hafenresidenz verlegt. Zumindest die Aussicht auf den Strelasund ist von dort famos. Glücklicherweise wurden keine seeseitigen Feinde gesichtet, sonst hätte er wie einst die Franziskaner Mönche den Rat der Stadt über die Gefahr informieren müssen. Das Programm war dicht mit Terminen gepackt. Im Vorfeld hatte sich das Bundespräsidialamt einen kurzen Zeitslot mit Vertretern des Bürgerkomitees gewünscht, um sich über das bürgerschaftliche Engagement des Vereins in den letzten 35 Jahren für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Altstadt zu informieren. Anne Pilgrim, die Leiterin der Stabsstelle der Hansestadt hatte alle Hände voll zu tun, um die Termine zu koordinieren. An einem sonnigen Nachmittag standen somit die Mitglieder des Bürgerkomitees, Frau und Herr Dr. Cramer, Wolf Dieter Thormeier und Heiko Werner gemeinsam mit der Leiterin des Amtes für Kultur, Welterbe und Medien Steffie Behrendt vor dem Welterbehaus und warteten. Irgendwann tauchte der Tross des Bundespräsidenten auf und sofort entspann sich ein intensives Gespräch. Herr Steinmeier stellte Fragen mit hoher Detailtiefe und Sachkenntnis. Wir haben einen zugewandten Politiker erlebt, der sich Zeit nahm und offenbar sich gut vorbereitet hatte. Spontan lud Familie Cramer alle Anwesenden kurzerhand auf eine Stippvisite in den Alten Markt 6 ein. Was im Vorfeld aufgrund notwendiger Sicherheitsmaßnahmen fast unmöglich schien, klappte vor Ort unaufgeregt und freundlich. Teile der historischen Apothekenausstattung, Wandtäfelungen, Akanthus-Malereien und detailreiche Darstellungen von gemalten Arzneipflanzen aus dem 17. Jahrhundert begeisterten nicht nur den Bundespräsidenten, sondern auch die anwesenden Presseleute. Wirklich rasend schnell vergingen die avisierten 15min und dehnten sich schnell auf eine halbe Stunde aus, ehe Herr Steinmeier zum nächsten Termin eilen musste. Verspätet. Versteht sich.

Heiko Werner in G&T #95