Wasserstr. 39

Das städtebaulich imposante Eckgebäude wurde um 1870/1880 errichtet. Das Grundstück befindet sich am Ende der Wasserstraße und das Gebäude mit seiner mehrfach abgewinkelten Fassade zieht sich der Straßenbiegung folgend über die Ecke bis in den Frankenwall hinein. Es besteht aus zwei Geschossen und ein Zwischengeschoss (Mezzanin) und zehn Achsen. Das über dem Erdgeschoss vorhandene Putzband sowie das Gesimsband darüber mit dem historischen Werbeschriftzug konnten nach der Sanierung wieder herausgearbeitet werden.

Frankendamm stadteinwärts, im Hintergrund links die Wasserstr. 39

1993 wurde dem Eigentümer Dr. Dieter Bartels das Haus seiner Großeltern und somit Elternhaus seiner Mutter auf Antrag zurück übertragen. Gemeinsam mit seinem Bruder sanierte er das Haus und konnte es bereit 1995 vermieten. Es befinden sich darin Einrichtungen für Physiotherapie und Ergotherapie sowie zwei Wohnungen im Dachgeschoss.

Zustand 1990

Das Haus liegt im Randgebiet des von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannten Stadtgebietes des Kulturgutes „Historische Altstädte Stralsund und Wismar“.

In die Liste der Baudenkmale in Stralsund ist es mit der Nummer 818 eingetragen.

Für die erfolgreiche Sanierung wurde dem Eigentümer – dreißig Jahre nach dem Einzug der Mieter – im Januar 2026 das Koggensiegel durch das Bürgerkomitee „Rettet die Altstadt Stralsund e.V.“ verliehen.

Mönchstr. 8

Der mittelalterliche Stadtplan zeigt in Höhe der heutigen Mönchstr. 8 die seinerzeit noch als Die-Münche-Strasse Hausstelle 55 im St. Georgen Viertel, gezählt wurde, stattliche Giebelhäuser. Ein paar Jahre später dokumentieren die schwedischen Landvermesser am gleichen Ort eine wüste Stelle.

Dieser Platz oder Wüste ist der Erden gleich, sind keine Mauern oder Kellern draud, die vorn nach der Straßen stehen, die HaußThür und Fenster Mauer sind mit Brettern bekleydet, darauf ist ein Brau Haß gestanden, und sind die rudera des Dare Ofens in der BrandMauer zu sehen.

Es mag bis zur ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gedauert haben, bis Andreas Brink das Gebäude auf den mittelalterlichen Grundmauern neu als dreigeschossiges traufständisches Haus errichtete. Im barocken Stil gehalten, wurde jedoch die im Mittelalter typische Dielenform unter Verwendung der bestehenden Bausubstanz aufgegriffen. Mehrfach wechselten die Besitzer und deren Vorlieben.

Grundstückszuschnitte/Kataster um 1700
heutige Zuschnitte der Grundstücke

Das Baugeschäft Augustin Hotze & Söhne war hier noch bis 1972 ansässig und die Familie Hotze verließ wegen der Repressalien und Enteignungen zu DDR-Zeiten die Stadt gen Westen. Erst Anfang der neunziger Jahre gelang die Rückübertragung der massiv vernachlässigten Gebäudereste an die Alteigentümer, freilich in ziemlich desolatem Zustand.

Die anstehenden Sanierungsarbeiten förderten erstaunliches zu Tage. Unter einer einfachen Holzverschalung kamen in der Diele im Wand- und Deckenbereich große barocke Akanthusmalereien zum Vorschein. Diese waren farbig gehalten und in einem erstaunlich guten Zustand. Wie in solchen Fällen üblich, mussten diese unterste Farbschicht gesichert, darüberliegende Anstriche vorsichtig entfernt werden, um so das Gesamtbild aus der Barockzeit Mitte des 18. Jahrhunderts wieder sichtbar werden zu lassen.

Aber natürlich haben auch spätere Zeiten Spuren hinterlassen. Liebevoll wurden Sichtfenster mit diversen Anstrichen aus verschiedenen Epochen rekonstruiert. Auch Tapetenschichten konnten voneinander getrennt und so in ihren zeitlichen Kontext gestellt werden.

Eine Besonderheit stellen auch die in mittelalterlichen Bögen eingebauten hölzernen Wandschränke dar. Diese gerieten offenbar in späteren Jahren in Vergessenheit. Werkzeuge, Schusterutensilien, eingewecktes Obst zeugen von der Nutzung durch frühere Bewohner.

Wandschränke mit Inventar

Heute steht die Diele dank der generösen Unterstützung der Familie Hotze für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Hier hat sich mit der KulturDIELE M8 ein kleiner aber feiner Ort etabliert, an dem Theateraufführungen, Lesungen und Konzerte stattfinden.

In der Mühlenstraße 8 gibt es neben der KulturDIELE ein Büroraum mit Fenster zur Straße – das Kontor. Dieser kann als „co-working space“ genutzt werden kann. Hierfür stehen auch Schließfächer und WLAN zur Verfügung. Die Vermietung erfolgt über Herrn Hotze.

Aber auch für private Feiern kann die Räumlichkeit mit dem historischen Ambiente gemietet werden.

2026 hat das Haus ein Koggensiegel bekommen.