Eine Übersetzung des Original Artikels der ChinaDaily in englischer Sprache
Die Städte Huangshan und Stralsund unterscheiden sich hinsichtlich Größe, geografischer Lage und Baustil. Dennoch stehen beide vor derselben Herausforderung: Wie lässt sich als Welterbestadt ein Gleichgewicht zwischen Erhalt und Weiterentwicklung finden?
Beim „Global Mayors Dialogue“ im Mai 2026 in Huangshan fanden die Bürgermeister beider Städte einen gemeinsamen Nenner: Technologie kann Kultur und Stadtentwicklung stärken und eine Brücke zwischen Tradition und Zukunft schlagen.
Ihre Vision reichte von Natur und Kultur bis hin zu Alltag und städtischer Verwaltung.
Alexander Badrow, der Oberbürgermeister von Stralsund, skizzierte drei Schwerpunkte:
- Umweltschutz
- die Bewahrung des Welterbes und vielfältiger städtischer Kulturen sowie
- Integration innovativer Technologien in den Städtebau zur Verbesserung der Lebensbedingungen.
„Wenn wir diese drei Ziele erreichen“, sagte er, „werden unsere Städte eine nachhaltige und solide Entwicklung nehmen.“
Während seines Besuchs bestieg Badrow den Berg Huangshan mit einem Exoskelett. Nachdem er es an seinen Beinen befestigt hatte, stand er auf, machte einige Schritte und scherzte: „Jetzt bin ich Iron Man.“
Für Badrow verkörpert das Exoskelett einen zentralen Gedanken: Technologie soll den Menschen helfen, besser mit der Natur zu interagieren. Es ermöglicht das Klettern, ohne den Aufwand zu erhöhen – Technologie als Ermöglicher statt als Störfaktor.
He Yi, der Bürgermeister von Huangshan, weitete diesen Ansatz von der Natur auf die Kultur aus.
Er erklärte, Technologie habe das Potenzial, Kultur zu bewahren und gleichzeitig die Lebensgrundlagen zu beleben.
„Kultur ist eine langsam wirkende Größe, die über die Zeit wächst, während Technologie eine schnell wirkende Größe ist, die raschen Wandel vorantreibt. Wir haben unzählige Beispiele dafür gesehen, wie Technologie traditionelle Kultur aktiviert, katalysiert und neu erfindet und so städtischen Fortschritt sowie gesellschaftliche Entwicklung fördert.“
Er hob hervor, dass die Gestelle für traditionelle Fischlaternen zwar im 3D-Druckverfahren hergestellt, aber weiterhin von Hand bemalt und verziert werden – so bleibt die Authentizität gewahrt, während gleichzeitig eine Serienproduktion möglich ist.
Solche Technologien haben das Einkommen der Landbevölkerung gesteigert. Seit vergangenem November nahmen die Dorfbewohner in nur vier Monaten durchschnittlich 5.000 Yuan (740 US-Dollar) ein. Bei einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von etwa 25.000 Yuan deutet dies auf einen möglichen jährlichen Zuwachs von 10.000 Yuan hin – ein bedeutender Sprung.
Badrow sieht hier Parallelen. Die Stralsunder Altstadt, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, ist durch den Besucherandrang stark belastet. Er ist überzeugt, dass Technologie einen Weg in die Zukunft weist. „Wir empfangen jedes Jahr Millionen von Touristen, und der enorme Fahrzeugandrang belastet die städtischen Parkplatzkapazitäten stark. Wir sind davon überzeugt, dass autonomes Fahren künftig eine wirksame Lösung für dieses Dilemma darstellen wird.
Hier in Huangshan konnten wir uns zwei Tage lang ein Bild vom Testbetrieb autonomer Fahrzeuge machen. Diese innovative Technologie wird die städtischen Verkehrsstrukturen grundlegend verändern und die seit Langem bestehenden Park- und Mobilitätsprobleme in historischen Altstädten lösen.“
Zum Abschluss des Dialogs sprachen sich die teilnehmenden Bürgermeister aus aller Welt gemeinsam für die „Huangshan-Initiative“ aus: Erstens die Wahrung des kulturellen Erbes als Fundament der Zivilisation; zweitens die Vertiefung des kulturellen Austauschs zur Förderung des Miteinanders; drittens die Stärkung technologischer Innovationen zur Verbesserung der Stadtverwaltung; und viertens die Optimierung der Kooperationsmechanismen zur gemeinsamen Wahrnehmung von Verantwortung.
Mit Blick auf die Zukunft erklärte Badrow, dass Huangshan und Stralsund auch weiterhin voneinander lernen würden – sowohl im Bereich der Denkmalpflege als auch bei der Stadtverwaltung.
„Ich bin dankbar für die Freundschaft zwischen unseren Städten in China und Deutschland und freue mich, dass Stralsund ein Teil davon ist.“
Zhu Lixin aus Huangshan (Provinz Anhui) hat zu diesem Bericht beigetragen.
Kontakt zu den Autoren: houchenchen@chinadaily.com.cn
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