Menschen zusammenbringen, die ähnliche Interessen haben – das ist ein schönes Nebenprodukt der Tätigkeit unseres Vereins. Etwa 50 interessierte Gäste waren der Einladung des Bürgerkomitees „Rettet die Altstadt Stralsund“ e. V. gefolgt.
Wolf-Dieter Thormeier nahm alle Anwesenden mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte unserer Stadt. Prachtvolle Bilder zeigten eine Fülle von Kunstwerken, die es in Stralsund zu entdecken gibt.
Als absoluter Kenner, als „Insider“, der in fast allen Häusern der Stadt bei der Restaurierung mitgewirkt hat, konnte er interessante Zusammenhänge und Thesen darstellen, z. B. nach der „Handschrift“ von Meistern in verschiedenen Häusern.
Waren die gleichen Meister am Werk? Hat man nach Musterbüchern gearbeitet? Welche Farben wurden verwendet? Wie wurden sie hergestellt? Alles Dinge, die uns heute noch im Bann halten.
Aus dem Mittelalter sind leider nicht so sehr viele Wandmalereien erhalten. Einige Fragmente sind im Johanniskloster ausgestellt – immerhin können die ab und zu besucht werden.
Wie langwierig manche Sanierungen sind, konnten wir sehr glaubhaft am Beispiel einer barocken Deckenmalerei aus der Heilgeiststraße 68 sehen. Im Zentrum dieser Malerei befindet sich passenderweise eine Darstellung der Tugend Hoffnung. Seit 2017 sind hier Planungen zur Sicherung im Gang, das Bürgerkomitee hat einen Beitrag geleistet. Leider ist es noch nicht gerettet und wird noch in Schulbladen verwahrt.
Ob Mittelalter, Barock, Renaissance, Klassizismus oder 19. Jahrhundert. Es gibt vieles zu sehen in Stralsund – man muss nur hinschauen – und wer weiß, vielleicht stupst uns Herr Thormeier bald wieder auf Dinge, die wir nicht immer im Blick haben.
Dagmar Fromme in G&T#94
