Nach vielen Jahren des Stillstandes geht es nun endlich weiter: Die Lucht-Kanzel in St. Jakobi ist seit dem 18. März eingerüstet und wird zunächst teilweise zurückgebaut, um sie dann mit den (hoffentlich) korrekten Maßen wieder zusammenzusetzen. Hintergrund ist, dass bestimmte noch vorhandene Originalteile dieses in den dreißiger Jahren als „schönste Kanzel Pommerns“ bezeichneten Bauwerks noch vorhanden sind, aber leider nicht mehr „ranpassen“. So existieren noch Wangenteile der Aufstiegstreppe, größere Teile des Eingangsportals sowie Holzschnitzereien, die unterhalb des Kanzelkorbes angebracht werden sollen. Alles wertvolle Arbeiten, die bislang im Depot liegen mussten. Die Rekonstruktion der Lucht-Kanzel ist ein überaus komplexes Unterfangen, da sie vor dem Krieg demontiert und (z.T.) falsch eingelagert wurde. Holzteile haben sich durch Feuchtigkeit verzogen, Steinmetzarbeiten sind beschädigt usw. Zeichnungen und Fotos sollen helfen, die Kanzel wieder soweit wie möglich mit den Orinalteilen wieder aufzubauen. Es ist noch etwas unklar, wo genau der oder die Fehler bei der Anfang der zweitausender Jahre durchgeführten ersten Sanierungsphase gelegen haben können. Aktuell werden von den Restauratoren daher umfangreiche Messungen und Bestandsaufnahmen vorgenommen, bevor dann die Demontage des Kanzelkorbes erfolgen kann. Diese Rekonstruktion erfolgt ausschließlich aus privaten Spendenmitteln, die über mehrere Jahre gesammelt wurden. Unser Dank geht an die Tantau-Stiftung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und vielen privaten Spenderinnen und Spendern. Auch das Bürgerkomitee konnte einen fünfstelligen Betrag beitragen um die Gesamtfinanzierung abzusichern. Wir wünschen den Restauratoren ein gutes Auge, kluge Köpfe und Erfolg bei dieser überaus schwierigen Aufgabe.
Heiko Werner in G&T#94
